Vom Bauer Ihres Vertrauens

16 Mai Vom Bauer Ihres Vertrauens

Sie „lieben Lebensmittel“ und sind „jeden Tag ein bisschen besser“. Edeka, Rewe, Lidl, Aldi und Metro – der Lebensmittelmarkt in Deutschland ist in der Hand von fünf Supermarktriesen. Der Einkauf bei ihnen „lohnt sich“ – Die Frage nur für wen? Und gibt es Alternativen?


Jonas Frankki

Der Preiskampf um das günstigste Angebot ist gnadenlos und wird auf den Schultern der Lieferanten, Arbeiter und Bauern ausgetragen, deren schlechte Arbeitsbedingungen für den Endverbraucher in Deutschland wenig transparent sind. Unser Kunde Oxfam hat dazu mit weiteren Initiativen die Online-Petition „Transparenz-jetzt“ ins Leben gerufen, um die Bundesregierung zu einem Umdenken aufzufordern – hier könnt ihr unterzeichnen.

Ein größeres Stück vom Kuchen ist für die Handelsketten nur über die Verdrängung von Wettbewerbern zu erreichen – der Kuchen Lebensmitteleinzelhandel an sich bleibt gleich groß. Immer mehr Menschen denken angesichts der unbefriedigenden Situation über Versorgungswege nach, bei denen alle profitieren – Produzenten, Lieferanten und Verbraucher. Community Supported Agriculture, zu deutsch gemeinschaftsunterstütze Landwirtschaft, ist hier eine interessante Alternative.

Das Prinzip: eine Gruppe von Menschen verabredet mit Landwirten vor Beginn einer Saison, wie viel Obst und Gemüse sie benötigen. Mit dem meist monatlichen Beitrag werden nicht einzelne Produkte, sondern die laufenden Kosten des Hofes bezahlt. Verantwortung und Risiko für die Produktion tragen Konsument und Landwirt gemeinsam. Das ermöglicht ökologisch-regionale Landwirtschaft zu fairen Preisen und Löhnen.

Das Konzept entstand in den 1960er Jahren in Japan, wo heute etwa ein Viertel der Haushalte an einem Teikei („Partnerschaft“) beteiligt sind und stößt immer häufiger auf Resonanz. In Deutschland gibt es derzeit 24 Höfe, die eine solche solidarische Landwirtschaft betreiben und unterstützen, unter anderem der Löwengarten bei BerlinViele weitere Ökobauernhöfe sowie Foodcoops (Zusammenschlüsse von Personen zum gemeinsamen Einkaufen) bieten als wesentlich einfachere Variante sogenannte Gemüse-Abo-Kisten an. Schaut mal auf die Website Solidarische-Landwirtschaft, sie bietet eine gute Einführung ins Thema.

Faire Bedingungen für engagierte Landwirte plus ökologische, frische Nahrungsmittel aus der Region, ohne selbst anbauen zu müssen – CSA macht’s möglich.

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