Virtuelle Ladentheke

11 Nov Virtuelle Ladentheke

Startups und Shoppingangebote in Zeiten von Social Media haben den Einkauf in ganz neue Formen gebracht. Ziemlich jeder, der innovative Ideen hat, kann heute im Internet einfach und bequem per E-Commerce eine neue Kollektion planen sowie verkaufen. Und das auch nachhaltig, mit der Prämisse, zum Beispiel ausschließlich lokale Ressourcen zu nutzen.


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So kann man die kommunale Textilindustrie, die oft so gut wie ausgestorben oder bedroht ist, wiederbeleben und unterstützen. Denn Näh- und Sticktraditionen aus der lokalen Region sind in vielen Köpfen von Hausfrauen und Großmütter lebendig geblieben, die dieses Wissen häufig an nachfolgende Generationen weitergeben können. So kann man viele Kreative und Gleichgesinnte oder Menschen aus der unmittelbaren Peergroup von seinem Projekt begeistern.

Besonders gut kommen dabei Produkte an, die ausschließlich in Handarbeit und als „persönliches Unikat“ produziert werden. So kann man vermeiden, dass jeder Konsument gleich durch die Welt läuft.
Verwendung kann vor Ort angebaute Baumwolle und Recyclingmaterial finden, verkauft wird online. Überhaupt geht es bei den meisten kreativen Messen und Märkten in der Republik, neben dem Handwerkszeug (Social-Media-Tools, Branding, „Understanding Google Analytics“), eher um die persönliche Geschichte als um Marktanalysen. Marken wie das amerikanische Portal Etsy oder das deutsche Portal DaWanda verleihen dem einen modernen mikroökonomischen Anstrich, der ebenso familiär wie kommunikativ, sozial und umweltbewusst wirkt. Dabei geht es nicht nur vordergründig um den Austausch von Papiergeld, sondern die Ware kann auch untereinander getauscht werden, wenn die jeweiligen Verkäufer sich auf ein Tauschgeschäft einlassen.

Aber auch hier gibt es selbstverständlich total unnötiges Zeugs, dass man zwar eine Zeit lang total ’süß‘ oder witzig finden kann, aber letztlich auch keine Verwendung dafür gefunden wird, außer es zu einem Feiertag weiterzuverschenken und die Obhut abzugeben oder letztlich doch in den Papierkorb zu verfrachten.

Natürlich sind solche Unternehmen nicht lupenreine Unternehmer 2.0, sondern mischen sich in deren Verkäuferlisten auch Massenhändler, die Produkte im Anschein von Individualität und ordentlicher Produktion stellen, aber in Wahrheit mit Hungerlöhnen oder Kinderhänden produzieren lassen und in Entwicklungsländern fliessband mässig produzieren lassen. Deswegen lohnt es sich vor dem Kauf, den Verkäufer gründlich durchzuchecken.