Stadtentwicklung, handgemacht

10 Mai Stadtentwicklung, handgemacht

Erdöl makes the world go round. Fossile Energieträger, neben Öl auch Kohle und Gas, haben einigen Teilen der Erde einen enormen industriellen Aufschwung und hohe Lebensstandards beschert. Doch der Preis ist hoch: Die Krisen unserer Zeit – ökologische wie soziale – hängen unmittelbar mit dem immensen Ressourcenverbrauch nicht nachwachsender Rohstoffe zusammen. Ob globale Transportwege und Lieferketten oder die Produktion von Gütern aller Art – ohne das Schmiermittel der Weltwirtschaft geht nichts mehr. Doch aus dem britischen Totnes naht Rettung


Jonas Frankki

Von der Insel schwappt eine Welle der Begeisterung über die ganze Welt. Transition Town heißt die Bewegung, die als Weiterentwicklung der Permakultur-Idee die Transformation urbaner Lebensräume in Richtung nachhaltiger und resilienter Lebensstile vorantreibt. Für Rob Hopkins, Mitgründer der Initiative, ist Resilienz die neue Nachhaltigkeit: Es geht um die Widerstandsfähigkeit einer lokalen Gesellschaft gegenüber globalen, externen Entwicklungen wie dem bevorstehenden Peak Oil (dem Erdölfördermaximum) und dem voranschreitenden Klimawandel.

Weltweit gibt es bereits 369 „offizielle“ Transition Towns. Das Konzept birgt eine positive, pragmatische Energie, die ansteckt. Überall auf der Erde sprießen derzeit Initiativen, entdecken Großstädter ihren grünen Daumen (wieder), wird beackert, gesät und gepflanzt. Urban Gardening ist mehr als nur Medienhype. Es ist der Versuch aktiv Versorgungswege auszuprobieren und sich damit ein Stück weit von der ressourcenverschlingenden Fremdversorgung der Weltwirtschaft zu lösen. Den Welthunger werden Gemeinschaftsgärten nicht im Alleingang besiegen, aber sie schaffen Aufmerksamkeit für die Zusammenhänge von z.B. Ernährung, Wirtschaft und Klimapolitik.

In Detroit, der Stadt der die Wirtschaftskrise besonders hart zugesetzt hat und in der ein Großteil der Einwohner ihren Arbeitsplatz verlor, werden derzeit leerstehende Fabrikhallen zu Gewächshäusern und brachliegende Vorgärten zu Salat- und Gemüsebeeten umfunktioniert. Dazu ein spannender Beitrag von arte.

Auch in Kreuzberg SO36 rückt der Kiez zusammen. Die Kiezwandler treffen sich regelmäßig, um über Projektideen, Fortschritte und Möglichkeitsräume zu diskutieren. Auf lokaler Ebene, und dabei das große Ganze im Blick. Nach dem altbekannten Motto: think global, act local.

Der Regisseur Nils Aguilar hat einen spannenden Dokumentarfilm über die weltweiten Transition-Projekte gedreht. Die sinnwerkstatt konnte Nils beim Redesign der kleinen, feinen Website zu seinem Film Voices of Transition unterstützen – Schaut euch den Trailer an.

Habt ihr auch Lust, direkt in der Umgebung mal wieder Spaten und Saatgut in die Hand zu nehmen? Kiezmitbewohner kennenzulernen und über zukunftsfähige Versorgungswege nachzudenken? Vielleicht gibt es in euerer Stadt auch schon Netzwerktreffen, oder ihr habt selbst Lust eines zu initiieren? Transition-initiativen.de bietet eine gute Übersicht.

No Comments

Sorry, the comment form is closed at this time.