Milch macht nichts, oder?

09 Feb Milch macht nichts, oder?

Sind Milchprodukte eigentlich wirklich gesund und kalziumreich oder mit etwas Überzeugung sogar verzichtbar? Seit Jahren gibt es eine steigende Zahl an immer mehr Lactose-intoleranten Menschen, aber woher kommt diese Unverträglichkeit?


Illustration: Jonas Frankki

 

Jeder deutsche Bürger verbraucht im Durchschnitt etwa 85 Kilogramm Frischmilcherzeugnisse pro Jahr, das ist Weltspitze. Die Milch machts, heisst es in den Milchwerbespots, aber was macht die Milch eigentlich? Macht sie gesund oder krank? Wieviel Kalziumgehalt hat eigentlich Milch wirklich? Gerade mal 120mg Calcium pro 100mg Lebensmittel, da hat selbst Grünkohl mit 210mg mehr Kalzium als Milch.

Obwohl mittlerweile Studien belegen, dass Milch nicht den gesundheitsfördernen Einfluss hat, wie früher angenommen, argumentiert die Milchindustrie weiterhin mit angeblichen Vorteilen: Die Knochen brauchen Kalzium, das in Milch reichlich enthalten ist, also wer sich vor Krankheiten wie vor Osteoporose schützen und fit bleiben wolle, sollte zum eigenen Schutz viele Milchprodukte konsumieren.

Wenn das stimmte, dann müssten wir eigentlich die besten Knochen der Welt haben. Aber das Gegenteil ist der Fall: In Japan und China, wo traditionell wenig bis gar keine Milch getrunken wird, sind die Osteoporoseraten viel niedriger als in der westlichen Welt. Konträr zu unserer gesellschaftlichen Entwicklung leiden die Menschen in Asien, Afrika und Lateinamerika weniger an Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes oder auch Krebs. Schätzungen belaufen sich darauf, dass circa 80 Prozent der Europäer Milchprodukte vertragen, in Asien belaufen die Schätzungen sich auf nur 1 Prozent.

 

Eine groß angelegte Studie der amerikanischen Harvard Medical School hat gezeigt, dass nicht der Kalziumkonsum, sondern vielmehr die Versorgung mit Vitamin D das Risiko für osteoporosebedingte Knochenbrüche reduziert. Denn das Vitamin D hilft im Dünndarm, das Kalzium überhaupt erst in den Körper aufzunehmen. Letztlich steht die Frage im Raum, was Milchprodukte außer der wohlschmeckenden Gewohnheit“ überhaupt für Vorteile hat. Für Milch werden Tiere gequält und krank gemästet, sie geben schädliche Stoffe, wie Antibiotika oder Entzündungsflüssigkeiten der Kühe, in die Milch ab. Durch den Konsum wird der Mensch ebenso nachhaltig krank, wie die ausgebeutete Kuh.

Es ist gut zu wissen, dass wichtige Mineralstoffe auch ausschliesslich über Pflanzen aufgenommen werden können. Kalzium  ist auch in Grünkohl, Fenchel, Brokkoli, frischen Kräutern oder Hülsenfrüchten enthalten. Außerdem gibt es heute gute und leckere Alternativen zur Milch, wie Reismilch und CO, die ebenfalls auch im Kaffee schmecken. Ob man eine Lactose-Intoleranz besitzt, kann man zum Beispiel durch den zweiwöchigen Verzicht von Milchprodukten austesten und im Körper nachfühlen, zum Beispiel durch weniger Verdauungsprobleme oder ob man sich ohne den Konsum von Milchprodukten fitter fühlt. Eine Entlastung der Tiere, führt auch zwangsläufig zu einer nachhaltigen Entlastung der Natur und schont die Umwelt. Besser Müsli oder Kaffee ohne Milch und die leckeren pflanzlichen Alternativen einbeziehen!

 

PS: Wir möchten unserem neuen Illustrator und Designer Jonas für die tolle Grafik danken! Ab sofort wird es zu unserem wöchentlichen Blogeintrag eine schicke Illustration geben!