Gibt es einen richtigen Konsum im Falschen?

02 Sep Gibt es einen richtigen Konsum im Falschen?

Liebe LOHAS (Begriffserklärung s.u.), heute geht es um den Konsum!
Genauer gesagt um den Fair Trade Konsum, Ernährung und Handel. Für LOHAS gibt es im Unterbewusstsein beim alltäglichen Konsum oft nur einen Wunsch: Wie kann ich richtig konsumieren? Richtig im Sinne von nachhaltig und fair. Kann man denn überhaupt richtig konsumieren? Denn das ist gar nicht so einfach, in einer globalisierten (Handels-)Welt. Die Bananen kommen aus Kolumbien, die Avocados kommen aus Neuseeland. Die Schokolade und der Kaffee überall her.

Was dürfen und können wir?
Dürfen wir die überhaupt essen, sie sind doch da also muss sie jemand essen? Warum sind sie eigentlich in unserem Supermarkt und woher kommt das Überangebot? Stimmen die Reisekosten und –wege dieser Leckereien mit ihrem Preis überein? Oder wann ist man schon einmal für den Endpreis von weniger als einem Euro nach Süd-Amerika gekommen? Auch wenn es Massenware ist und sich so angeblich der günstige Preis rechtfertigen lässt. Der Widerspruch von einem Genussmittel, dass einmal um die Welt in unseren Supermarkt gereist ist und trotzdem zu einem günstigen Preis angeboten wird, ist mehr und mehr spürbar, lässt aufhorchen wie sich so etwas organisieren lässt. Jedenfalls fragen immer mehr nach. Und das ist gut so. Denn der Käufer hat Möglichkeiten, das Angebot mit zu gestalten. Nicht erst seit Fair Trade, aber dank dem fairen Handel und anderen Kaufangeboten immer mehr!

Zielgruppe: LOHAS
Dabei sind wir uns einig: Wir wollen bewusst und nachhaltig konsumieren. Wir sind LOHAS (www.Lohas.de; Ja, gibt es wirklich! Das steht für „Lifestyles of Health and Sustainability“, was auf deutsch etwa so viel bedeutet wie: „Ausrichtung der Lebensweise auf Gesundheit und Nachhaltigkeit“) und verfügen über ein „gewisses Budget“, was nicht näher benannt wird, aber auch Möglichkeiten bietet. Was bedeutet das eigentlich? Nur Abstriche, Wohltat oder ein besserer Mensch werden, wäre das möglich alles in einem?

Von Eine-Welt-Läden, über Online Shops, bis hin zum Discountern, alle machen mit: Bio, Fair Trade und nachhaltig soll es sein. Zumindest entsteht der Eindruck wenn wir vor den Supermarktregalen stehen. Ist es das wirklich? Die Werbeindustrie mit ihrer Werbung und ihren Green-Washing Kampagnen sowie Illustrationen suggerieren es dem Konsumenten. Medienagenturen in Berlin und ganz Deutschland spielen das Spiel der Globalplayer mit. Dieses Unternehmen ist rein, hat ein reines Gewissen eine Marketing und CSR Abteilung bei der man nachfragen kann wie es mit dem Einsatz für Natur sowie Mensch aussieht und für alles ein Angebot. Krombacher betreibt Umweltschutz und rettet den Regenwald – oder nicht? Mit ihrem Angebot schaffen sie sogar einen Full-Service Design, nachdem eigentlich niemand in der Art gefragt hat, aber man bekommt ihn trotzdem. Und die Rechnung geht auf. Eine “grüne“ Studio – oder Filmproduktion folgt der nächsten, Social Media bietet einen einfachen Weg zu einem guten Gewissen (Fair Trade: „Gefällt mir“ per Button). Die LOHAS haben natürlich auch das Kleingeld für jegliche Geräte, die App und Co mit allerlei Animation anbieten.

Konsum und Konsequenzen
Aber nicht nur konsumieren oder nicht konsumieren soll hier erwähnt sein, auch der Umgang mit unserem Müll sollte Teil einer öffentlichen Debatte werden, denn 90 Millionen Tonnen weggeworfene Lebensmittel jedes Jahr allein in der Europäischen Union: Am 8.9 kommt ein herrliches Portrait über unseren Konsum und die Folgen in die Kinos! Hier schon mal der Trailer:

Der Regisseur Valentin Thurn hat mit „Taste the Waste – kostet den Müll“ einen aufklärerischen Dokumentarfilm ohne erhobenen Zeigefinger gemacht, den es sich lohnt anzuschauen: Eine Filmkritik ist hier nachzulesen.

Fair Trade und Handelwandel
Der vegane Lebensstil kommt nicht für jeden in Frage, aber Fleisch ist nicht in den Mengen verfügbar, wie er konsumiert wird. Tierische Produkte sind Luxus, dem der Wert durch Massenproduktion genommen wurde und zurückgeben werden muss, durch weniger Konsum.
Fair Trade ist ein Lösungsvorschlag zum generellen Konsum, der mittlerweile große Wellen schlägt und Veränderungen spüren lässt. Es ist ein Anfang und auch wenn es schon so oft erwähnt wurde, dass es zum Hals raushängt: Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Machen wir mit und entwickeln die Ideen weiter, geht es schneller in Richtung fairen Handel.

Diesbezüglich der Hinweis auf die Faire Woche vom 16.- 30. September 2011. Sie ist eine Aktionswoche des Forums Fairer Handel, dem Netzwerk der Organisationen und Akteure des Fairen Handels in Deutschland. Es wurde gegründet, um die Aktivitäten des Fairen Handels in Deutschland zu koordinieren. Ziel des Forums Fairer Handel ist es, gemeinsame Forderungen gegenüber Politik und Handel durchzusetzen und eine stärkere Ausweitung des Fairen Handels zu erreichen.

Passend dazu gibt es unseren Spot „Schwere Kost“ jetzt auf der neu erschienenen DVD TWENTYFAIR – 20 Kurzfilme für den Fairen Handel. Die schicke DVD wird während der Fairen Woche kostenlos verteilt, oder kann ebenso kostenlos beim Forum Fairer Handel (klicke hier) bestellt werden.

Zum Abschluss noch ein Gedicht:

„Konsum Unser“
Anger*! Unser Konsumhimmel!
Geheiligt werde dein Karstadt
dein Pimkie komme
Dein Umsatz geschehe
wie im Konsumtempel
so auch auf dem Weltmarkt
Unser Billig-Shirt gib uns heute
und vergib uns unsere schwindende Kaufkraft
wie auch wir vergeben dir die Kinderarbeit in Indien
denn wir wollen nur shoppen.
Führe uns in Versuchung
und erlöse uns von Bescheidenheit
denn dein ist das Wachstum und die Habgier
und der verkaufsoffene Sonntag.

In Ewigkeit: KONSUM, KONSUM, KONSUM!

*Anger (Einkaufspromenade in Erfurt)
(Liebevoll getextet von den Studenten der AG Nachhaltigkeit Gruppe der Universität Erfurt)

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