Frisches und Haltbares

11 Apr Frisches und Haltbares

Wer kennt sie nicht, die drei berühmtesten Worte, wenn es um industriell aufbereitete Nahrung geht: Dieses Essen ist ‚mindestens haltbar bis…‘?! Aber was hat es mit diesen Worten auf sich?


Jonas Frankki

Erst 1981 wurde das Mindesthaltbarkeitsdatum in Deutschland eingeführt. Zentral geht es dabei um Einschätzungen, wie lange Lebensmittel halten könnten. Natürlich kann man die Haltbarkeit unter angemessenen Aufbewahrungsbedingungen verlängern, nur dann behalten sie ihre spezifischen Eigenschaften wie Geruch, Farbe und Geschmack. Etwas anderes stellt das Verbrauchsdatum dar, das man unbedingt beim Konsumieren oder nicht konsumieren einhalten sollte. Dabei handelt es sich um leicht verderbliche Lebensmittel.

Einige Verbraucherschützer kritisierten jedoch, dass die Diskussion um das MHD oft zu kurz greift. Denn am meisten werden Obst, Gemüse und Brot weggeworfen. Für diese Waren gibt es aber gar kein Mindesthaltbarkeitsdatum. Leider landen 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel Jahr für Jahr auf dem Müll, zwei Drittel davon wären aber noch immer genießbar.

Weniger, direkter Konsum ohne lange Lagerung – zum Beispiel vom Wochenmarkt – führt zu einem bewussteren Umgang mit Nahrung. Kommt man gegen Ende des Marktes, gibt es viele Lebensmittel sogar für die Hälfte des Vorpreises. Fast jeder Fünfte, der von der Wegwerfdebatte gehört hat, erklärte, in letzter Zeit etwas an seinem Verhalten verändert zu haben. Zu diesem Ergebnis kam eine Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Forsa. Vier von fünf Verbrauchern, bei denen sich besonders die 14- bis 29-Jährigen angesprochen fühlen, gaben immerhin an, von der Diskussion gehört zu haben. Wir wünschen frischen Appetit!