Das Streben nach Glück

26 Aug Das Streben nach Glück

Den Kühlschrank füllen, Rechnungen bezahlen, unsere Konsumbedürfnisse befriedigen… das sind die Gründe warum wir arbeiten. Den „Lebensunterhalt verdienen“ fasst die Idee der Menschen zusammen, schafft Projekte, Organisationen und Unternehmen, einzig und allein um Geld zu verdienen. Bestimmt Profitstreben unser Leben?

Ein Gastbeitrag von Shannon Smith von Ecosia.

Diese Frage, welche viel Aufmerksamkeit in den 60er und 70er Jahren bekam, inspirierte eine Reihe von Start-Up-Unternehmen, Non-Profit-Organisationen und Sozialunternehmen. Sie faszinierte die Idee, Unternehmertum nicht nur auf Profit zu reduzieren und in Schöpfung und Produktivität langfristigen Erfolg zu sehen, wenn der Mensch sich mit dem Kern – der Seele – einer Unternehmung identifizieren kann.

Der in Bangladesch geborene Muhammad Yunus ist einer der bekanntesten Repräsentanten dieses Konzeptes. Überzeugt das Kleinstkredite überproportional positive Konsequenzen für arme Leute haben können, gründete er 1983 die erste Bank für Mikrokredite, die Grameen Bank. 28 Jahre später beschäftigt das Sozialunternehmen mehr als 24.000 Menschen, arbeitet mit acht Millionen Kunden und erfährt internationale Anerkennung, nicht zuletzt durch den Friedensnobelpreis, den Yunus 2006 für seine Arbeit erhielt.

Unsere „grüne“ Suchmaschine die den Hauptteil ihrer Einnahmen zum Erhalt der Regenwälder spendet ist ein weiteres dieser inspirierten Projekte. Ecosia dient als Unternehmen einem gemeinschaftlichen Zweck: Wir möchten einen Beitrag zum Schutz des Klimas leisten und Menschen bewegen mit kleinen Handlungen sich selbst zu achten und dem Gemeinwohl beizutragen. Die gemeinsame Arbeit mit der sinnwerkstatt zeigte uns einmal mehr, welchen Effekt das bereits existierende Netzwerk nachhaltiger Geschäftsideen haben kann. Das Produkt dieser inspirierenden Zusammenarbeit wird am 12. September veröffentlicht.

Das existierende wirtschaftliche Klima brachte einige Rückschläge: Yunus wurde als Kopf seiner Bank im März diesen Jahres endgültig gefeuert. Der offizielle Grund war das er mit 71 Jahren zehn Jahre älter ist, als das bangladesische Recht einem Firmenchef erlaubt. Es gibt keinen Zweifel darüber, dass Grameens politischer Einfluss für jene Parteien, die ihn vom Stuhl holten, eine Gefahr darstellte. Die Hoffnung auf ein von sozialen und ökologischen Werten inspiriertes Wirtschaftsklima ist nicht erloschen. Es gibt jede Menge Wachstum, Ideen und Projekte die ermutigen. Und die letzten zwei Jahrzehnte haben neue, spannende Fragen über den Kapitalismus aufgeworfen und darüber wie wir die Balance zwischen Konsum und dem Streben nach Glück sehen können.

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