Auf die sanfte Tour

13 Jul Auf die sanfte Tour

Na und wo geht’s bei dir hin im Sommer? Wie bitte nach Asien? WAAAS??-aber-Klimawandel-6012-KG-CO2-Frankfurt-Shanghai-und-zurück-WIE-KANNST-DU-NUR???

Auf solch eine Reaktion muss sich der Fernreisende in Zeiten der Erderwärmung schonmal einstellen. Tatsächlich ist das klimaverträgliche Jahresbudget eines Menschen (3000 KG CO2) mit so einem Flug bereits um das Doppelte überschritten, und doch werden die wenigsten ihre Reiselust und ihren Jahresurlaub auf Vorpommern und die Eifel beschränken.

Das muss auch gar nicht sein, sagen immer mehr Anbieter, und bieten „nachhaltiges Reisen„. Kann es bewusstes Fair-Reisen dank Biohotels, touristischen Umweltsiegeln und der CO2-Kompensation von Flügen geben?


Jonas Frankki

„Es gibt einen Bewusstseinswandel, vor allem aufgrund der aktuellen Klimadebatte“, sagt Wolfgang Strasdas, Professor für nachhaltigen Tourismus an der Fachhochschule Eberswalde. „Doch bislang gibt es nur wenig Bereitschaft, das Reiseverhalten tatsächlich zu ändern.“

Das bewusstes Reisen auch Spaß machen kann und keinen Verzicht auf Komfort bedeuten muss, wollen Anbieter wie Viabono und Verträglich Reisen beweisen und bieten eine gute Übersicht über Unterkünfte und Verkehrsmittel, die „nachhaltigen Tourismus“ fördern. Darunter fasst die Seite öko-fair in einer eigenen Rubrik „Bewegen&Reisen“ alle Tourismusformen zusammen, die „sozial gerecht, kulturell angepasst, ökologisch tragfähig und für die lokale Bevölkerung wirtschaftlich sinnvoll und ergiebig sind“.

Das forum anders reisenein Zusammenschluss von mehr als 160 Reiseveranstaltern, die sich auf nachhaltigen Tourismus spezialisiert haben, vergibt zur besseren Prüfbarkeit das Zertifikat „CSR-Tourism certified“. Es soll dem Reisewilligen, wie auch weitere Siegel wie der blauen Flagge, dem grünen Schlüssel (green key) und der EU-Blume eine bessere und schnellere Übersicht über die Seriosität von Anbietern geben. „Nachhaltig reisen bedeutet keine Abkehr vom Komfort“, beruhigt Geschäftsführer Johannes Reißland nochmal, „Es ist aber eine Abkehr von übertriebenem Luxus, der oft energieaufwendig ist.“

Bevor der Koffer gepackt wird, lässt sich mit einigen simplen Überlegungen viel bewirken und die Reise mit besserem Gewissen antreten: Wie weit ist der Urlaubs- vom Wohnort entfernt und steht die Reisedauer in angemessenem Verhältnis? Muss es ein Flug sein oder lässt sich das Ziel auch per Bahn, Schiff oder vielleicht sogar mit dem Rad erreichen? Profitiert die ortsansässige Bevölkerung von meiner Reise oder belastet sie diese eher? Gibt es im Hotel Essen aus der Region und wie groß ist das Haus? usw.

Natürlich müssen auch die großen Reiseanbieter und Hotelketten Verantwortung übernehmen, doch genauso bestimmen wir mit jeder unserer Entscheidungen welchen Fußabdruck wir unterwegs hinterlassen. Schaut mal auf diese Linkliste von öko-fair und holt euch Tipps für den nächsten Trip.